Schulpartnerschaft
 


In der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler leben und arbeiten viele ausländische, besonders türkische Mitbürger, so dass in den Schulen etliche türkische Schülerinnen und Schüler anzutreffen sind. Mit dem Ziel, die Integration zu fördern, vor allem aber das gegenseitige Verständnis zwischen einheimischen und ausländischen Schülern zu wecken, hat die Philipp_Freiherr_von_Boeselager  seit 1992 eine Arbeitsgemeinschaft „Ver elini Türkiye“(zu Deutsch „Gib mir deine Hand, Türkei“) ins Leben gerufen und eine Schulpartnerschaft aufgebaut.


„Ver elini Türkiye“ unter diesem Motto setzt sich im Rahme einer Arbeitsgemeinschaft eine kleine Gruppe von Schülern unter der Leitung von Herrn Bender mit der türkische Kultur auseinander.

Auf dem Programm steht der Islam genauso wie das Essen,die Geschichte und die Sprache der Türkei. Das Wichtigste bei jeder AG - Stunde ist das Trinken des türkischen Tees. Wer schon einmal in der Türkei war, wird sicherlich das Teetrinken und die damit zum Ausdruck kommende Gastfreundschaft der Türkei zu schätzen wissen.

Seit 2001 verbinden die Philip Freiherr von Boeselager Realschule und das Çamlaraltı Kolleji nicht nur eine fruchtbare Partnerschaft, sondern auch eine große Freundschaft.

Kernstück dieser Freundschaft ist ein regelmäßiger Schüleraustausch. Jedes Jahr im Herbst treffen sich Schülergruppen abwechselnd einmal in Izmir und einmal in Ahrweiler. Die deutschen Schüler und Schülerinnen sind bei Gasteltern in Izmir untergebracht, deren Kinder dann im darauf folgendem Jahr bei den deutschen Familien leben. Ohne Unterstützung von Eltern, Schülern und Lehrern beider Schulen hätte eine solche Schulpartnerschaft nicht über einen solch langen Zeitraum von 10 Jahren aufrecht erhalten werden können. Einen besonderen Dank an dieser Stelle der Familie Dirikal und Herrn Realschulrektor Klaus Dünker.

In beiden Ländern absolvieren die Gastschüler und Schülerinnen  ein volles Programm. Im Kreis Izmir werden beispielsweise die antiken Städte Ephesus und Bergamo, aber auch Fabriken, Badeorte, Basare, Kaufhäuser und noch vieles mehr besucht. In Deutschland sind der Regierungsbunker und das Weinfest die Highlights.

Am Ende der Reise findet dann immer ein zweisprachiger gemeinsamer Kulturabend statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung erhalten die Schüler und Schülerinnen eine Urkunde über die Beteiligung an dem Projekt.

Im Mittelpunkt steht immer das Kennenlernen der  jeweilig anderen Kultur.

So erleben die deutschen Schüler und Schülerinnen im schulischen Bereich dass alle Schüler am Montagmorgen und am Freitag nach Schulschluss sich zu einem Appell auf dem Schulhof versammeln. Die türkische Fahne wird am Wochenbeginn gehisst und am Wochenende eingeholt.

Für die türkischen Schüler ist es eine ungewohnte Freiheit, dass die Schüler in Deutschland keine Schuluniform tragen müssen und dass die Schule um 8.00 Uhr beginnt und schon um 13.10 Uhr endet. Ganz im Gegensatz zum Çamlaralı Kollejı, deren Unterrichtszeit bis 16.15 andauert.

Vor allem aber der  Aufenthalt in den Gastfamilien weist die Unterschiede zu den Lebensweisen im eigenen Land auf.

Jeder Austauschteilnehmer, der in das jeweilige andere Land reist, muss in der Lage sein, sich auf die Sitten und Bräuche der andere Kultur einzulassen, um sie zu verstehen. 

Erst wenn wir sie verstehen, kann sich aus einer bloßen Toleranz auch Freundschaft entwickeln.

So treffen sich noch heute ehemalige türkische und deutsche Gastfamilien, die sich teilweise bei einem Austausch schon vor über 14 Jahren kennen gelernt haben.


Burkhard Bender 13.11.2010